"Es sind dichte Bilder. Die Gewaltigkeit von Rohren scheint auf, manchmal haben sie menschliche Formen. In Gewaltigkeit steckt Gewalt... Wir erkennen starke Hell-Dunkel-Kontraste, aber auch feingliedrige Strukturen. Das Bild eines Tunnels steht auch sinn-bild-haft für Hoffnung. In einem anderen Bild Menschen, nur in Schatten erkennbar. Schatten-Menschen. Schatten ihrer selbst" *)

                                                                                                                                                                                                                                 

"Wesentlich dabei: Der Mensch, der moderne Mensch, eingesetzt als Produktionsmittel. Ursula Bauer schreibt einmal: "Der Mensch ist Mittelpunkt. Der Mensch ist Mittel [Punkt]." Auch wenn er in den Bildern zumeist nicht sichtbar ist, aber spürbar. Ist die Hütte doch Menschwerk.   In den Radierungen ist der bildnerische Gedanke auch in der Technik umgesetzt. Für diese Bilder fertigte Ursula Bauer nicht zufällig Schablonen an. Figuren, Frauen und Männer, gruppiert, in einer für unsere Zeit nicht untypischen Laisser-faire-Haltung, einer gewollt lässigen Haltung, die Oberflächlichkeit bezeichnet, die Unfähigkeit zu echter Kommunikation.   Ursula Bauer: "Der Mensch in der modernen Arbeitswelt. Einsam, kommunikationsarm, isoliert. Die Figuren scheinen typisiert, ohne Gesicht, beliebig einsetzbar und austauschbar, ohne individuellen Wert." *)

 

*) Monika Bugs, Kunsthistorikerin 2014